Wer in der Deutschschweiz zum Hörer greift, spricht Dialekt. Am Empfang der Zahnarztpraxis, in der Garage, beim Sanitär: Kaum jemand wechselt für einen Anruf ins Hochdeutsche. Ein Telefonassistent, der nur Hochdeutsch erwartet, scheitert deshalb am ersten Satz. Diese Seite erklärt, wie Leon, der KI-Telefonassistent von Schertler AI, mit Schweizerdeutsch umgeht: welche Technik dahintersteckt, was wir bei der Einrichtung auf Ihren Betrieb einstellen, und ehrlich, wo die Grenzen liegen. Erkennungsraten in Prozent finden Sie hier keine, weil wir keine nennen könnten, die Sie nachprüfen können. Dafür finden Sie eine Nummer, unter der Sie Leon in Ihrem eigenen Dialekt prüfen: 071 552 22 45.
Warum Schweizerdeutsch für die Spracherkennung schwierig ist
Spracherkennung wandelt Schallwellen in geschriebenen Text um. Dafür lernt ein Modell aus sehr vielen Beispielen, bei denen Audio und Text zusammenpassen. Genau an dieser Stelle beginnt das Problem mit dem Schweizerdeutschen, und zwar gleich vierfach.
Es gibt keine Standardschreibung
Für Hochdeutsch existiert eine verbindliche Rechtschreibung, für Schweizerdeutsch nicht. «Ich hätte gern einen Termin» schreibt die eine Person als «Ich hett gern en Termin», die nächste als «I hätt gärn en Termin». Was nicht einheitlich geschrieben wird, lässt sich schlechter als Trainingsmaterial verwenden. Deshalb geben Erkennungsmodelle gesprochenes Schweizerdeutsch in deutscher Rechtschreibung aus: Sie übersetzen beim Zuhören mit.
Es gibt nicht das eine Schweizerdeutsch
Zürich, Bern, Basel, Luzern, das Wallis und die Ostschweiz unterscheiden sich in Lauten, Wortschatz und Sprechtempo. Der Kopf heisst je nach Region Chopf, Gring oder Grind; «gewesen» wird zu gsi, gsii oder gsy. Ein Modell muss all diese Formen auf dieselbe Bedeutung abbilden, und für seltener gesprochene Varianten gibt es entsprechend weniger Beispiele.
Anrufer wechseln mitten im Satz
Am Telefon bleibt der Satzbau im Dialekt, aber Fachbegriffe kommen auf Hochdeutsch oder Englisch: «Ich bruuch en Termin für d Dentalhygiene», «Isch de Service am Auto scho fertig?». Namen, Adressen und Versichertennummern werden oft auf Hochdeutsch buchstabiert. Fachleute nennen das Code-Switching. Für die Erkennung heisst es, dass sie zwei Sprachebenen gleichzeitig im Blick behalten muss.
Fachbegriffe, Namen und Zeiten
Ortsnamen wie Bronschhofen oder Goldach, Familiennamen, Produktnamen und medizinische Begriffe kommen in allgemeinen Trainingsdaten selten vor. Am Telefon sind sie aber genau das, worauf es ankommt. Und die Uhrzeit, die im Dialekt eigene Formen hat, ist die häufigste Fehlerquelle überhaupt, wie das folgende Beispiel zeigt.
Aus unseren Testanrufen, August 2026
Ein Anrufer sagt «am Elfi», also um elf Uhr. Die Spracherkennung machte daraus zunächst «5 Uhr», und das Sprachmodell dahinter buchte prompt halb sechs. «Halb drei» kam als «halb 30» an, «gegen sechzehn Uhr» als «garantiere ich». Der Zeitwunsch war jeweils verloren. Seit wir der Erkennung eine Liste schweizerdeutscher Zeitwörter mitgeben, kommen Elfi, halbi Drüü und «am Namittag» als das an, was gemeint ist. Solche Fälle sind der Grund, warum wir keine Prozentzahl versprechen, sondern die Wortliste pflegen.
Wie Leon Schweizerdeutsch versteht
Leon ist keine eigene Erfindung in der Spracherkennung. Wir kombinieren eine bewährte Erkennung mit einer betriebsspezifischen Wortliste, klaren Rückfragen und einem Auffangnetz. Jedes dieser vier Elemente lässt sich prüfen.
Spracherkennung für Deutsch (Schweiz), betrieben in Zürich
Leon nutzt eine Spracherkennung mit dem Sprachmodell für Deutsch (Schweiz), Sprachcode de-CH. Das Modell ist auf Deutsch ausgelegt, wie es in der Schweiz gesprochen wird, und gibt den erkannten Text in deutscher Rechtschreibung aus.
Betrieben wird die Erkennung auf Schweizer Servern in Zürich. Gespräche, Transkripte, Termine und Backups bleiben in der Schweiz, konform mit dem revidierten Datenschutzgesetz. Die Einzelheiten, auch zur optional wählbaren Premium-Stimme, stehen auf unserer Datenschutzseite.
Antwort auf Schweizer Hochdeutsch, und warum
Leon versteht Schweizerdeutsch und Hochdeutsch und antwortet auf Schweizer Hochdeutsch. Französisch, Italienisch und Englisch richten wir auf Wunsch ein. Dass Leon nicht im Dialekt antwortet, ist eine bewusste Entscheidung, aus drei Gründen.
- Alle verstehen es. Schweizer Hochdeutsch wird in der ganzen Deutschschweiz verstanden. Eine Zürcher Dialektstimme würde in Bern befremden, eine Berner in St. Gallen.
- Keine künstliche Dialektstimme. Synthetischer Dialekt klingt bestenfalls wie ein Schauspieler, der eine Region nachahmt. Wir wollen keine Stimme, die so tut, als käme sie aus Ihrem Dorf.
- Ehrlichkeit gegenüber dem Anrufer. Hochdeutsch signalisiert unaufdringlich, dass hier ein Assistent spricht und keine Mitarbeiterin. Wer eine Person will, bekommt sie: Leon verbindet weiter.
Schweizer Hochdeutsch heisst dabei: die Standardsprache, wie sie in der Schweiz gesprochen wird, mit den hier üblichen Begriffen und Zeitangaben. Leon sagt «halb zwölf», nicht «elf Uhr dreissig».
Ihre Wortliste: Fachbegriffe, Namen, Orte
Die Erkennung lässt sich mit einer Phrasenliste lenken: Begriffe, die das Modell bevorzugt in Betracht zieht, wenn es eine Lautfolge einordnet. Leon bringt eine Grundliste mit, die aus echten Anrufen gewachsen ist:
- Schweizerdeutsche Uhr- und Tageszeiten: Elfi, Zwölfi, halbi Drüü, viertel ab Zähni, am Namittag, am Obig, Znüni, Zvieri
- Grussformeln und Höflichkeit: Grüezi, Grüessech, Merci vilmal, Äxgüsi, Uf Wiederluege
- Wörter rund ums Buchstabieren: «schreibt man», «mit C», «Doppel», «Bindestrich»
- Praxis- und Garagenbegriffe: Dentalhygiene, Franchise, Selbstbehalt, Nachkontrolle, MFK, Pneu, Ölwechsel, Probefahrt
- Orte in der Ostschweiz: St. Gallen, Goldach, Rorschach, Arbon, Frauenfeld, Wil
Bei der Einrichtung ergänzen wir diese Liste mit Ihnen um das, was nur Ihren Betrieb betrifft: die Namen Ihrer Mitarbeitenden, Ihre Leistungen und Produkte, die Orte in Ihrem Einzugsgebiet und die Wörter, mit denen Ihre Kundschaft tatsächlich anruft. Ein Coiffeur braucht «Balayage» und «Ansatz», ein Sanitär «Boiler» und «Entkalkung», eine Physiotherapie die Namen ihrer Therapeutinnen. Fällt später ein Begriff auf, den Leon regelmässig verhört, nehmen wir ihn auf.
Nachfragen statt raten
Was Leon verstanden hat, bestätigt er, bevor er handelt. Bei einer Terminbuchung wiederholt er Tag und Uhrzeit («Am Dienstag um halb zwölf, ich trage das ein»), fragt nach dem Namen und bestätigt am Schluss den ganzen Termin mit Datum, Zeit und Name. Bei Namen fragt er nach der Schreibweise. Versteht er einen Satz nicht, sagt er das und fragt noch einmal, statt eine Vermutung in Ihren Kalender zu schreiben. Das kostet ein paar Sekunden und verhindert die teuren Fehler: den falschen Tag, den falschen Namen, die falsche Rückrufnummer.
Weiterverbinden als Auffangnetz
Hilft Nachfragen nicht weiter, ist das Anliegen dringend oder verlangt der Anrufer eine Person, verbindet Leon weiter: an Sie, an die Praxis oder an den Notdienst, so wie wir es bei der Einrichtung festlegen. Ist niemand erreichbar, nimmt er eine Nachricht mit Rückrufnummer auf. Nach jedem Gespräch erhalten Sie eine Zusammenfassung per E-Mail, und im Kundenportal sehen Sie das Transkript. Sie können also selbst nachlesen, was Leon verstanden hat, und müssen uns nichts glauben.
Hörbeispiele: So antwortet Leon auf Dialekt
Drei typische Anrufe, wie sie in einer Zahnarztpraxis vorkommen. Die Anruferzeilen stehen als Text, weil wir keine echten Gespräche ohne Einverständnis veröffentlichen. Leons Antworten sind mit derselben Stimme erzeugt, die Sie am Telefon hören, und zeigen, woran Sie erkennen, dass er verstanden hat: Er wiederholt das Anliegen in seinen Worten, bevor er handelt. Die Zeiten sind Beispiele.
«Grüezi, ich hätt gern en Termin für d Dentalhygiene, am liebschte morn am Namittag, wenn das goht.»
«Gerne. Eine Dentalhygiene, morgen Nachmittag. Ich schaue kurz nach. Morgen um halb drei wäre ein Termin frei. Passt Ihnen das?»
«Ich ha en Notfall, mir isch en Zahn abbroche. Chönd Sie mi hüt no dranäh?»
«Das tut mir leid. Ein abgebrochener Zahn ist bei uns ein Notfall. Ich verbinde Sie jetzt direkt mit der Praxis, bitte bleiben Sie kurz dran.»
«Chönd Sie mer säge, öb ihr am Samschtig au offe hend? Ich chan under de Wuche schlecht.»
«Am Samstag sind wir geschlossen. Unter der Woche sind wir von 8 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr da. Wenn Ihnen der frühe Morgen oder der späte Nachmittag hilft, schaue ich gern, was frei ist.»
Echter Test statt Beispiel: Rufen Sie 071 552 22 45 an und sprechen Sie Dialekt. Die Demo-Linie spielt eine fiktive Zahnarztpraxis.
Was Leon nicht kann
Damit Sie Leon richtig einschätzen, hier die Grenzen, die wir kennen.
Er spricht keinen Dialekt
Leon antwortet immer auf Schweizer Hochdeutsch. Wer eine Stimme sucht, die im Dialekt zurückredet, findet sie bei uns nicht. Warum wir das für richtig halten, steht oben.
Sehr breiter Dialekt führt zu mehr Rückfragen
Je weiter ein Dialekt vom Schweizer Hochdeutsch entfernt ist, desto öfter muss Leon nachfragen. Breites Walliserdeutsch, Senslerisch oder Innerrhoder Formen sind für die Erkennung schwieriger als Zürich- oder Thurgauerdeutsch, und schnelles Sprechen verstärkt das. Wie oft Leon nachfragt, hängt von der Person, dem Tempo und der Leitung ab; eine Zahl dazu wäre erfunden.
Hintergrundlärm
Werkstatt, Baustelle, Radio, Kinder im Raum: Was einen Menschen am Telefon stört, stört die Spracherkennung mehr, weil sie nichts aus dem Zusammenhang errät, was sie nicht gehört hat. Leon fragt dann nach, manchmal mehrmals.
Freisprechen im Auto
Die schwierigste Bedingung überhaupt: Hall im Innenraum, Fahrgeräusche und die Kompression der Freisprechanlage. Hier verhört sich Leon am ehesten. Für den Anrufer heisst das: Hörer ans Ohr, wenn es genau sein muss. Für Leon heisst es: nachfragen, und wenn das nicht reicht, eine Nachricht aufnehmen oder weiterverbinden.
In all diesen Fällen gilt dieselbe Regel: Leon rät nicht. Er fragt nach, und wenn das nicht reicht, verbindet er weiter oder nimmt eine Nachricht auf. Ein verlorener Anruf ist teurer als ein Anruf mit zwei Rückfragen.
Selbst testen: Demo 071 552 22 45
Rufen Sie 071 552 22 45 an, rund um die Uhr. Leon meldet sich dort als Assistent einer fiktiven Zahnarztpraxis. Sprechen Sie so, wie Sie mit einer echten Praxis sprechen würden, in Ihrem Dialekt. Ein paar Vorschläge:
- «Ich hätt gärn en Termin, morn am Namittag.» Leon schaut im Kalender nach, nennt freie Zeiten und fragt nach dem Namen. Achten Sie darauf, ob er «morn am Namittag» richtig einordnet.
- «Wänn händ ihr offe?» Die Öffnungszeiten. Fragen Sie ruhig ein zweites Mal nach; Leon wiederholt sie.
- «Ich ha en Notfall.» Der Härtetest. Leon muss verstehen, dass es dringend ist, und darf keinen Termin in drei Wochen anbieten.
- Ein Name mit ungewöhnlicher Schreibweise. Sagen Sie, Sie heissen Meyer mit ey, und hören Sie, ob Leon nachfragt.
Machen Sie den Test zweimal: einmal mit dem Hörer am Ohr, einmal über die Freisprechanlage im Auto. Der Unterschied zeigt Ihnen, was oben unter den Grenzen steht. Und wenn Sie lieber angerufen werden: Auf der Startseite ruft Leon Sie zurück, täglich von 7 bis 23 Uhr.
Die Demo ist eine Demo: eine erfundene Praxis, ein Übungskalender, keine echten Termine. Der eigentliche Test kommt bei der Einrichtung, wenn Sie und Ihr Team Leon mit Ihren Begriffen und Ihrem Dialekt anrufen, bevor der erste Kunde ihn hört. Was dabei auffällt, wandert in die Wortliste.
Für welche Betriebe das zählt
Für alle, deren Anrufer Dialekt sprechen und bei denen der Inhalt genau stimmen muss. Vier Beispiele:
- Arztpraxis: Patientinnen und Patienten schildern Beschwerden im Dialekt, nennen Geburtsdatum und Krankenkasse. Die MPA ist am Telefon gebunden, während im Wartezimmer Leute sitzen.
- Zahnarztpraxis: Schmerzen, Kontrolle oder Dentalhygiene, das muss Leon auseinanderhalten, und einen Notfall als solchen erkennen.
- Garage: MFK, Pneuwechsel, Service, Fahrzeugmodell und Nummernschild, oft von jemandem, der gerade im Auto sitzt.
- Handwerker: Anrufe von der Baustelle und aus dem Auto, mit Adresse, Rückrufnummer und der Frage, ob es dringend ist oder eine Offerte werden soll.
Wie viel ein Betrieb gewinnt, hängt weniger vom Dialekt ab als davon, wie viele Anrufe heute unbeantwortet bleiben. Eine Woche hat 168 Stunden; ein Betrieb ist an etwa 45 davon telefonisch erreichbar. In den übrigen 123 Stunden nimmt Leon ab, auch im Dialekt, und antwortet auf Schweizer Hochdeutsch. Was das kostet, steht auf der Kostenseite: CHF 490 pro Monat mit 150 Anrufen, also CHF 3.27 pro Anruf.